Biodiversität und Ökosystemfunktionen in Grünlandbeständen

Projektbeschreibung

Einleitung

Wie wirkt sich unterschiedliche Biodiversität auf die Ökosystemfunktionen in Ökosystemen aus? Um dieser zentralen Frage nachzugehen, wurden in den letzten Jahren zahlreiche Projekte initiiert, in denen die Bedeutung von Biodiversität in Grünlandökosystemen untersucht wird.

Da Grünland ein verbreitetes, aber auch relativ einfach zu etablierendes Ökosystem darstellt, wurden zahlreiche Forschungsprojekte im Grünland durchgeführt und eingeleitet, die den Einfluss der Biodiversität in solchen Grünlandsystemen zum Thema haben. In Mitteleuropa, wo zum Teil ganze Landschaften als Grünland genutzt werden, ist dabei nicht nur das Verhalten Pflanzenbeständen und einzelnen Arten von Interesse. Vielmehr hat der Zustand des Grünlands und die Einflüsse darauf eine starke landschaftsökologische Bedeutung.

Das Bayreuther Projekt

Im Zentrum des Projektes stehen Untersuchungen an experimentellen Freilandbeständen, die bereits seit mehreren Jahren etabliert sind (BIODEPTH-Flächen) und an neu gesäten Beständen in Großlysimetern. Die Freilandbestände wurden im Rahmen des EU-BIODEPTH-Projektes 1996 eingerichtet. Auf 64 Plots (je 2*2 qm) wurden Artmischungen unterschiedlicher Diversität, von 1 bis 16 Arten angesät und über mehrere Jahre hinweg konstant gehalten.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden sich auf der BIODEPTH-Homepage.

Diese Bestände sind nun etabliert und weisen unterschiedliche Zusammensetzungen an Arten und funktionellen Typen auf.Die Freilandflächen befinden sich am Lindenhof (Umweltschutz-Informations-Zentrum des LBV in Bayreuth) in kurzer Entfernung zum Ökologisch-Botanischen Garten der Universität Bayreuth, wo sich die Großlysimeter befinden. Die 28 Großlysimeter haben jeweils eine Grundfläche von 1,3 Meter * 1,3 Meter und sind 1 Meter tief (grob vorzustellen als überdimensionale Blumentöpfe, siehe Bild).

Die Lysimeter wurden im Frühjahr 2001 befüllt und Mitte Juni angesät. Die Auswahl der in den Lysimetern gesäten Arten erfolgt nicht nur aufgrund ihrer funktionellen Eigenschaften (hoch- und niedrigwachsende Gräser, krautige hochwüchsige und krautige Rosettenpflanzen), sondern beruht auch auf Artenkombinationen, die in dem in der Umgebung vorhandenen Grünland auftreten und die sich auch auf den vor 5 Jahren eingesäten Freilandflächen (BIODEPTH) entwickelt haben. Somit ist sichergestellt, dass die zu messenden zwischenartlichen Wechselwirkungen bzw. die Bestandeswirkung auf Ökosystemfunktionen auch im Wirtschaftsgrünland von Bedeutung sind.

Durch die Kombination von biometrischen, agrarökologischen, bodenkundlichen und landschaftsökologischen Aspekten in der Erfassung und Auswertung von Daten zur Biodiversität und zu ökosystemaren Parametern im Projekt wird es möglich, den Einfluss der Artenvielfalt auf die ökosystemaren Serviceleistungen wie etwa Produktivität, CO2-Festlegung und Nährstoffretention zu analysieren. Hierzu soll insbesondere der interdisziplinäre Ansatz verschiedener ökologischer Lehrstühle mit unterschiedlichen Umtersuchungsansätzen beitragen.

Stand 10.03.03, CN