Bayreuther Institut für Terrestrische Ökosystemforschung 
Nordbayerischer Kurier vom 1. Juni 1999
 

Zwischen Rathaus und Eremitage

Studenten messen Ozon an verschiedenen Standorten

BAYREUTH

Studenten der Geoökologie haben sich im Rahmen eines Praktikums zur atmosphärischen Chemie etwas Besonderes vorgenommen: Mit verschiedenen Methoden wollen sie an unterschiedlichen Standorten in der Stadt ab Anfang Juni bis Mitte Juli die Konzentrationen an Ozon und seinen Vorläufern bestimmen.

Der Hintergrund: Auch wenn die veröffentlichten Ozonwerte beim Laien oft den Eindruck hinterlassen, daß sie über einen größeren Raum relativ konstant sind, können je nach Standort auch innerhalb einer Stadt zur gleichen Zeit deutliche Unterschiede festgestellt werden. Dies hängt einmal damit zusammen, daß die Auf- und Abbauprozesse von Ozon stark vom Verkehrsaufkommen beeinflußt werden (siehe Interview). Zum anderen wird der Luftaustausch durch die Bebauung beeinflußt. Direkt an stark befahrenen Straßen werden im allgemeinen niedrigere Ozonkonzentrationen gemessen als in weniger befahrenen Straßen oder in höheren Stockwerken.
Deshalb führen die Studenten Messungen an drei Standorten durch: Als Beispiel für einen Standort mit viel Verkehr wurde der Wittelsbacherring ausgewählt. Dort werden Ozon und dessen Vorläufer im Meßcontainer des Landesamtes für Umweltschutz (LfU) gemessen.
Aufschluß über kleinräumige Unterschiede zu den Ozonkonzentrationen direkt an der Straße sollen Messungen auf der Dachterrasse des Rathauses geben. Um Werte in einem städtischen Reinluftgebiet zu gewinnen, stellt das LfU für die Dauer des Praktikums einen Meßcontainer in der Eremitage auf.
Organisiert wird das Praktikum von Dr. Otto Klemm, Privatdozent am Bayreuther Institut für Terrestrische Ökosystemforschung (BITÖK) der Universität Bayreuth. Es wird in Zusammenarbeit mit dem LfU und der Stadt Bayreuth durchgeführt.
nk 

 

erstellt : Dr. Thomas Gollan (Wissenschaftliches Sekretariat BITÖK)